Skonto – Begriff, Bemessungsgrundlage, Verbuchung

Skonto

Skonto – Begriff, Bemessungsgrundlage, Verbuchung

Wörtlich übersetzt bedeutet der aus dem Italienischen stammende Begriff »Skonto« »Abzug«.

 

Vereinbart ein Verkäufer mit seinem Kunden ein Skonto, mindert sich der Rechnungsbetrag. Die Entscheidung zur Gewährung des Skontos trifft er frei. Weder das Gesetz noch ein Kunde kann ihn dazu zwingen.

 

In der Regel nutzt der Verkäufer den Skontoabzug, um den Kunden zu einer schnelleren Zahlung zu bewegen. Macht der Kunde den Preisnachlass geltend, verpflichtet er sich, die Rechnung innerhalb einer vorgegebenen Frist zu bezahlen. Das Zahlungsziel kann der Rechnungsersteller frei festlegen.

 

Beispiel

 

Ein Computerfachhandel verkauft einen Computer. In der Rechnung räumt der Verkäufer dem Kunden einen Preisnachlass ein. Die entsprechende Formulierung lautet: »14 Tage 3 Skonto, 30 Tage netto«.

 

Für den Kunden bedeutet dies, dass er den Preisnachlass erhält, wenn er den verbleibenden Rechnungsbetrag innerhalb der Frist von 14 Tagen zahlt. Die Frist beginnt mit dem Rechnungsdatum. Versäumt der Kunde die Zahlung innerhalb der Frist, kann er kein Skonto abziehen. Er ist auch nicht berechtigt, Skonto zu ziehen, wenn die Rechnung keinen entsprechenden Hinweis enthält.

 

Wie wird das Skonto berechnet?

 

Ist für einen Kunden ersichtlich, dass der Verkäufer ihm einen Preisnachlass gewährt, ist er zum Skontoabzug berechtigt.

 

Beispiel

 

Der Bruttorechnungsbetrag lautet auf 1.500 Euro. Für die Zahlung räumt der Verkäufer dem Kunden 3 % Skonto ein, wenn er diese bis zu einem bestimmten Datum zahlt. Das Skonto ermittelt der Kunde mit der folgenden Rechenoperation:

 

1.500 Euro * 3 / 100 = 45 Euro

 

Der Kunde nimmt das Skonto in Anspruch. Innerhalb der Frist zahlt er den Rechnungsbetrag von 1.455 Euro.

 

Die Skonto Arten

 

Beim Skontoabzug werden die zwei folgenden Arten unterschieden: Lieferantenskonto (Lieferskonto) und Kundenskonto

 

Lieferantenskonto

 

Mit dem Lieferantenskonto ist der Preisnachlass gemeint, den der Lieferer einer Ware oder Dienstleistung seinen Kunden gewährt. Bei diesem Kunden handelt es sich um einen anderen Unternehmer. Voraussetzung ist auch hier, dass der Rechnungsbetrag innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels beglichen wird.

 

Kundenskonto

 

Kundenskonti sind Preisnachlässe, die Händler ihren Kunden bei der Bezahlung einer Ware oder Dienstleistung einräumen. Die Vereinbarung ist für beide Seiten von Vorteil. Der Kunde erhält einen kurzfristigen Lieferantenkredit. Der Händler verbessert seine finanzielle Lage, weil der Rechnungsbetrag innerhalb kürzester Zeit gezahlt wird. Er kann seine Verbindlichkeiten schneller begleichen, ohne dass er Fremdkapital aufnehmen und Fremdkapitalzinsen bezahlen muss.

 

Abgrenzung Skonto von anderen Preisnachlässen

 

Neben dem Skonto kann ein Unternehmen seinen Kunden auch einen Rabatt als Preisnachlass einräumen. Ein Rabatt kann in die folgenden Kategorien eingeteilt werden:

 

Warenrabatt

 

Warenrabatte werden zwischen Unternehmen gewährt, wenn ein Händler größere Mengen abnimmt. Der Warenrabatt wird für eine Lieferung oder über eine zuvor bestimmte zeitliche Periode festgelegt. Alternativ werden auch die Begriffe Umsatzbonus oder Jahresbonus verwendet.

 

Treuerabatt

 

Um langfristige Geschäftsbeziehungen zu halten, gewähren Unternehmen ihren Geschäftspartnern und Kunden einen Treuerabatt. Der Händler möchte damit sicherstellen, dass die Waren weiter von ihm bezogen werden.

 

Kundenrabatt

 

Der Kundenrabatt kann mit einem Barzahlungsrabatt gleichgesetzt werden. Ein Kunde kann diesen in Anspruch nehmen, wenn er eine Rechnung schnell bezahlt. Aus diesem Grund lässt sich der Kundenrabatt mit einem Skontoabzug vergleichen.

 

Sonderrabatt

 

Sonderrabatte werden aus verschiedenen Anlässen von Unternehmen gewährt. Dies kann z.B. die Neueröffnung eines Ladenlokals oder die verbilligte Abgabe von Waren und Dienstleistungen an das eigene Personal treffen. Einzelhändlern werden häufig Sonderrabatte eingeräumt, wenn sie ihre Waren auf dem Großmarkt beziehen.

 

Frühbezugsrabatt

 

Der Frühbezugsrabatt ist für Händler in der Reisebranche ein beliebtes Mittel, um die Kunden vorzeitig an sich zu binden. Der Händler räumt dem Kunden einen Frühbezugsrabatt ein, wenn dieser die Ferienreise im Sommer schon im Januar bucht.

 

Was ist die Bemessungsgrundlage für das Skonto?

 

Das Skonto mindert immer den Bruttobetrag. Das heißt, die Bemessungsgrundlage ist der Rechnungsbetrag inklusive der gesetzlich geltenden Umsatzsteuer. Ein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer ist verpflichtet, die Umsatzsteuer und den Bruttobetrag in der Rechnung auszuweisen.

 

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung. Da ein Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer in seiner Rechnung ausweisen darf, entspricht der Bruttobetrag dem Nettobetrag. Das Skonto ist bei einer Kleinunternehmerrechnung vom Nettobetrag zu ermitteln.

 

Die Vorteile des Skontoabzugs

 

Der Skontoabzug bringt Händlern und Käufern einen Vorteil.

 

Die Händler profitieren davon, dass sie den Rechnungsbetrag schneller vereinnahmen. Das Geld steht ihnen für die Begleichung der eigenen Verbindlichkeiten zur Verfügung. Damit sind sie nicht zwingend auf die Aufnahme eines Kredits angewiesen. Die Gewährung des Skontos wirkt sich nicht kostenmäßig auf die Kalkulation der Preise aus.

 

Erfüllt ein Kunde das in der Rechnung vorgegeben Zahlungsziel, muss er nicht den vollen Rechnungsbetrag zahlen. Hierdurch spart auch er Kosten.

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