Ökonomische Nachhaltigkeit in Unternehmen: Wie grün ist Wirtschaft heute?

Ökonomische Nachhaltigkeit in Unternehmen: Wie grün ist Wirtschaft heute?

Ökonomische Nachhaltigkeit ist der Weg zum Einklang aus Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft – Aber wie funktioniert das?

 

Seit den „Fridays for Future“-Demonstrationen gerieten Argumente, die den Klimawandel beweisen, in einen neuen Mittelpunkt. Sowohl der Anstieg der Temperaturen, das Artensterben als auch die Eutrophierung der Meere sind deutliche Hinweise darauf, dass sich das Leben ändern muss.

 

Mit den neuen Leitlinien der ökonomischen Nachhaltigkeit ist dieses Denken auch in der Wirtschaft angekommen. Vom kleinen lokalen Unternehmen bis zur großen internationalen Aktiengesellschaft finden sich gute Ansätze, aber auch Handlungsbedarf.

 

Dabei liegen die Ziele darin, die wirtschaftlichen Tätigkeiten so zu gestalten, dass die Ressourcen der Erde geschont werden und die Schäden durch die Wirtschaft so gering wie möglich ausfallen.

 

Wie kam es zum Umdenken und welcher Wandel ist in Zukunft zu erwarten?

 

Ökonomische Nachhaltigkeit und Unternehmen der Zukunft

 

Rauchende Schornsteine, rußgeschwärzte Industriegebiete und giftige Abfallstoffe, welche die Umwelt verschmutzen – all diese Szenarien gehören schon heute weitestgehend der Vergangenheit an. Das Umdenken, welches sich rund um das Universum ökologischer Nachhaltigkeit aufgetan hat, zeigte, dass die effektive Nutzung von Ressourcen dank intelligenter Implementierung auch ein finanzieller Gewinn sein kann.

 

Drei Säulen als Grundlage ökonomischer Nachhaltigkeit

 

Unternehmen sind ohne Menschen nicht denkbar und diese haben ohne eine gesunde Umwelt keine Lebensgrundlage. So einfach könnte man die Notwendigkeit und die Entstehung des Gedanken ökonomischer Nachhaltigkeit auf den Punkt bringen. Worin besteht die Einheit?

 

Umwelt

 

In der Umwelt finden sich die Ressourcen des Lebens. Ohne unseren Blauen Planeten wäre kein Leben denkbar. Und auch die wichtigen Grundstoffe, die für die Herstellung von Produkten wie Autos, Stabmixern oder Smartphones notwendig sind, finden sich in der Umwelt.

 

Am deutlichsten zeigte sich die Abhängigkeit bei fossilen Brennstoffen – der Ausgangsstoff für den Verkehr mit Verbrennungsmotoren ist ebenfalls ein Grundstoff für alle Produkte aus Plastik – ein Leben ohne diese ist ohne Alternativen nur schwer vorstellbar und erfordert ein Umdenken.

 

Gesellschaft

 

Ohne Umwelt keine Gesellschaft: Die Menschen Formen als Erdbevölkerung verschiedene Gesellschaften. Diese treten sowohl als Akteure als auch als Konsumenten der Wirtschaft, der Erzeugnisse und Dienstleistungen auf.

 

Also gilt: Ohne die Gesellschaften und die Menschen in ihnen wäre Wirtschaften nicht möglich und nutzlos, da es an Konsumenten fehlen würde.

 

Die Schonung der Ressourcen ist somit auch eine Schonung der Lebensgrundlage der Menschen.

 

Wirtschaft

 

Die Wirtschaft beschreibt die Summe der gewinnorientierten beruflichen Tätigkeiten der Menschen auf der Erde. Vom kleinen Unternehmen in der dörflichen Gegend bis zum großen internationalen Konzern gilt die Schonung von Ressourcen als wichtiger Gewinnfaktor. Doch wie misst man diese ökonomische Nachhaltigkeit in Unternehmen?

 

Indizien und Strategien für ökonomische Nachhaltigkeit

 

CO2-Fußabdruck, verschwenderische Nutzung von Ressourcen oder Produkte, die nach einigen Tagen weggeworfen werden – diese Indizien gelten als wichtige Faktoren für Nachhaltigkeit. Drei Beispiele sind dabei besonders wichtige Faktoren für ökonomische Nachhaltigkeit.

 

Schadstoffausstoß

 

NachhaltigkeitDer Carbonfootprint oder CO2-Fußabdruck gilt als Richtwert dafür, wie stark der Einfluss von Unternehmen auf den Klimawandel ist. Weiterhin ist es die Entstehung von Müll oder anderen giftigen Schadstoffen, welche negative Folgen für die Erde haben und darum vermieden werden müssen.

 

Auch die Konsistenzstrategie zielt auf eine Verbesserung dieser Faktoren ab. Wenn z. B. die warme Abluft der Serverkühlung für die Heizung der Büroräume genutzt wird, werden diese Maßgaben erfüllt und vermeintlich wertlose Restprodukte ressourcenschonend eingesetzt.

 

Ressourcen

Bei der Nutzung der erforderlichen Ressourcen das Maximum herausholen. Effektivität ist bei der Herstellung von Produkten oder dem Betreiben von Anlagen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Als kostensenkende Maßnahme ist die Schonung der Ressourcen und Optimierung der Fertigungen und Abläufe schon länger eine Maxime der Unternehmensführung.

 

Unter der Maßgabe der Effizienzstrategie sorgen immer neue technische Verfahren für eine Steigerung der Effektivität.

 

Produktalter und Produktcharakter

 

Wie lange hält ein Produkt und welche Folgen hat es, nachdem man es entsorgt hat? Umso kürzer die Nutzungszeit und umso gravierender die Folgen für die Umwelt, umso schlechter ein Produkt. Zuletzt wurde den schwärzesten Schafen – den Plastik-Einwegprodukten auf EU-Ebene ein Ende gesetzt.

 

Auch Serviceleistungen zielen auf diese Thematik ab. So gilt die Suffizienzstrategie als wichtiger Faktor, um dieses Nutzungsverhalten zu ändern. Ein Beispiel dafür sind moderne Carsharing-Apps.

 

Positive Zeichen und Handlungsbedarf

 

Mit „RE100„, einer Initiative der „Climate Group“, schlossen sich wichtige Unternehmen zusammen. Ihr Ziel: die Nutzung von 100 Prozent erneuerbarer Energie. Zu den Firmen gehören Branchengrößen wie 3M, die Deutsche Telekom oder Facebook. Unterzeichner verpflichten sich dazu, die strengen Vorgaben einzuhalten.

 

Neben Initiativen für grünen Strom gibt es immer mehr Siegel, mit denen sich Firmen – wohl auch aus Marketinggründen – schmücken, um ökonomisch nachhaltiges Handeln zu beweisen.

 

Diese und andere Initiativen sind positive Zeichen, doch muss leider festgestellt werden, dass oft noch zu wenig passiert. Ein Blick auf die Energiebranche in Deutschland und die Zusammenhänge mit der Politik werfen immer wieder Fragen auf, wie groß der Einfluss der langsam aussterbenden Energieriesen ist.

 

Warum z. B. Wälder abgeholzt werden müssen, wenn fossile Brennstoffe eigentlich schon der Vergangenheit angehören sollten oder Fördergelder in alte Industrien fließen, statt die neue grüne Energiewende anzufeuern, sind Fragen, auf die leider keine zufriedenstellende Antwort gefunden werden kann.

 

Auch zeichnen sich manche Unternehmen durch Augenwischerei aus. So werden in manchen Unternehmen zwar moderne Konzepte der ökonomischen Nachhaltigkeit auf betriebsinterner Ebene durchgesetzt. Doch man verschwendet keinen Gedanke an Faktoren der Nachhaltigkeit bei der Rohstoffgewinnung.

 

Ökologische Nachhaltigkeit in Unternehmen – Warum auf die Zukunft warten?

 

Viele Ansätze der ökonomischen Nachhaltigkeit haben Zukunft. Moderne Start-ups, welche mit Foot– oder Carsharingapps Ressourcen schonen oder Reisen der Branche, die auf grüne Energien umstellen, sind positive Zeichen, dass am Markt etwas passiert.

 

Allgemein gibt es leider nach wie vor Branchen, in denen ein Umdenken stattfinden muss. Und auch das Konsumverhalten der Verbraucher zeigt deutlich, dass der Einfluss der Alten Welt nach wie vor zu groß ist.

 

Seien es die Verstrickungen großer Konzerne mit der Politik oder ein Konsumverhalten, welches die Umwelt belasten – sollten wichtige Maßnahmen wie Umweltschutzzonen oder ein allgemeines Verbot von KFZ-Neuzulassungen mit Brennstoffmotoren nicht erfolgen, werden zukünftige Generationen das Nachsehen haben.

 

Gewinnfaktoren haben bei einigen Nachhaltigkeitsansätzen schon heute häufiger eine untergeordnete Rolle, doch scheinen einige schwarze Schafe auf Richtlinien, Verpflichtungen und Verbote der Politik zu warten, bis sie auf den grünen Kurs kommen.

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